Blog-Leserin Silke hat gefragt:

„Ich habe gehört, dass manche Leute sich selten bis gar nicht mehr die Haare waschen, weil die Haare mit dieser Methode angeblich weniger fetten. Stimmt das?“

„Cleansing Reduction“ – ein Trend, der vor allem im Internet schon seit einiger Zeit leidenschaftlich diskutiert wird. Zu Grunde liegen Überlegungen und Beobachtungen, dass weniger waschen sich positiv auf Haut und Haare auswirken kann und die Produktion der Talgdrüsen reguliert. Viele starten den Selbstversuch.

Auch ich habe es versucht. Ich wollte es ganz genau wissen und habe vor rund zwei Jahren einige Methoden selber geduldig ausprobiert, zwei unterschiedlichen Dermatologen auf den Zahn bzw. auf das Haar gefühlt und festgestellt: Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Ich habe viel gelernt – über die Kopfhaut, ihren Aufbau, wie sie arbeitet. Über Genetik. Und warum Hormone, unser Stoffwechsel und das, was wir essen, eine wichtige Rolle spielen kann.

Meine Erkenntnis: Haare lassen sich nicht grundsätzlich einfach so durch seltene Haarwäschen vom Nachfetten entwöhnen. Talgdrüsen lassen sich durch Waschentzug nicht umprogrammieren.

Ob oder wie viel Talg (man spricht hier auch von Sebum) produziert wird, hängt nicht allein vom Haartyp und dem aktuellen Haar- und Kopfhautzustand ab, sondern auch der Hauttyp spielt eine wichtige Rolle, der Hormonhaushalt und Stoffwechsel ganz allgemein – allen voran Insulin. Diese Entdeckung hat mich damals überrascht. Unser Insulinpegel entscheidet nämlich mit, wie viel Sebum ausgeschüttet wird und welche Eigenschaften es hat. Durch einen Waschstop von heute auf morgen „lernen“ die Talgdrüse keineswegs ihre Produktion zurückzufahren.

Haare
Haare sind individuell. Verschiedene Faktoren bestimmen, ob wir zu glänzenden Haaren neigen und welche Pflege die richtige für uns ist.
Gerade bei Haut und Haaren ist meine Erfahrung an mir und meinen Mitmenschen aber: Niemand ist „wie die anderen“. Haut und Haare besitzen ganz individuelle, persönliche Eigenschaften, die durch innere wie äußere Faktoren vorgegeben sein können und sich nur bis zu einem gewissen Grad beeinflussen lassen. Dank der Entwicklung in Sachen Pflege und Kosmetik haben wir alle aber die Möglichkeit, den (Haar-)Zustand herzustellen, mit dem wir uns wohl fühlen – auf Arten und Weisen, wie sie für unsere Haut und Haare verträglich sind. Radikal müssen wir dabei nicht vorgehen und niemand braucht sich mit einem „Fettkopf“ durch den Alltag quälen – mit der großen Hoffnung, die Talgproduktion allein dadurch zu beeinflussen, auf dass sie sich nach drei bis sechs Monaten endlich regulieren möge. In Gesprächen mit Dermatologen über die Haut und durch eigene Recherche habe ich gelernt, dass die Talgdrüsen tief unter der Oberfäche sitzen und man sich bewusst darüber sein sollte, dass es gar nicht so leicht ist, auf diese kleinen Drüsen Einfluss zu nehmen. Von außen kommt man gar nicht richtig an sie ran.

Gewaschen wird mit Natron und Apfelessig – das erklärte Ziel vor Augen die einzelnen Haarwäschen so lange wie möglich hinauszuzögern. Habe ich ausprobiert – über ein Jahr sogar. Waren meine Haar immer noch nach drei, vier Tagen strähnig? Das waren sie. Hat mir das Haarewaschen mit natürlichen Waschsubstanzen gefallen? Hat es, sonst hätte ich es nicht so lange beibehalten, aber Anwendungskomfort oder auch Duft von modernem Shampoo konnte es mir ehrlicherweise nicht bieten. Auch der Zustand meiner Kopfhaut veränderte sich, da sie seltener gereinigt wurde. Sie wurde trockener. Meine Haare wurden tatsächlich weniger intensiv strähnig, aber nur einmal pro Woche Waschen war zu wenig. Ich bekam schließlich Schüppchen, denn die Pflege der Haut war nicht mehr gegeben und konnte sich in meinem Fall nicht selbst regenerieren. So entwickelte ich ein Bewusstsein für meinen individuellen Haartyp, was mir heute sehr gut tut.

„No-Poo“ (von „No Shampoo“), „Conditioner Only“ (im „Forensprech“: „C/O“), „Water Only“ („W/O“) sind nur einige der Begriffe für Methoden, die einem im Netz entgegen flattern, wenn man sich damit beschäftigt. Die fortgeschrittenste Variante der reduzierten Haarpflege nennen die Haarprofis „No Water, Sebum Only“ („NW/SO“) – hier wird auf die Haarwäsche komplett verzichtet. Stattdessen werden mit den Fingernägeln Verunreinigungen von der Kopfhaut gelöst und der natürlich produzierte Talg wird mit Naturhaarbürsten (die meisten verwenden Wildschweinborsten, doch man wird auch bei veganen Alternativen fündig) fast schon ritualistisch Tag für Tag vom Ansatz in die Spitzen gebürstet.

Ich habe mich damals gefragt: Kann es denn wirklich nur das eine oder andere Extrem geben? Ich denke, es ist genug Spiel in der Mitte. Manchmal ist es doch einfach eine Frage der Perspektive. Haare, die zwei Tage nicht gewaschen wurden, sind doch nicht dreckig. Es ist ganz normal, wenn die Haare kurz nach der Haarwäsche nicht mehr so schön liegen wie am ersten Tag. Es hilft, ein Bewusstsein für seine Haare zu entwickelt, um ganz gezielt Produkte auszuwählen, die reinigen und pflegen – und somit den Haarzustand herstellen, den man sich wünscht.

Feines Haar wird wahrscheinlich immer schneller glänzen und zusammenfallen als dicke Haare. Krauses Haar wird es tendenziell immer mehr nach Feuchtigkeit dursten als glatte Haare. Glänzendes Haar muss nicht sofort gewaschen werden – Trockenshampoo kann helfen! Es macht die Haare im Nu wieder griffig. Ich kann vor allem die Trockenshampoos von MARGOT SCHMITT empfehlen, die sehr komfortabel in der Anwendung sind und sich rückstandslos ausbürsten lassen. Ich verwende aktuell das Deluxe Trockenshampoo mit Vitamin E (Zum Artikel). In diesem Video erfährst du mehr!



Und auch die Kopfhaut darf ganz gezielt gepflegt werden. Ich bin Fan der grünen Süßgras Spezialampullen für Kopfhaut & Haare von MARGOT SCHMITT, die es aktuell in dem Set mit Artikelnr. 292213 der kopfhautberuhigenden „grünen“ Linie gibt. Jegliches Kribbeln verschwindet sofort, Schuppen verschwinden und Kopfhaut und Haaransatz werden optimal versorgt. In diesem Beitrag habe ich detailiert darüber geschrieben: Erleichterung für die Kopfhaut – MARGOT SCHMITT Süßgras Spezialampullen im Test

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Mein dritter Tipp in Sachen Kopfhaut- und Haarpflege: Das Calm Elixier von JULIEN FAREL (Zum Artikel). Hierbei handelt es sich um ein Leave-In-Treatment für jeden Haartyp, das sich vor allem an die Kopfhaut richtet. Es enthält keine Parabene und wurde dermatologisch geprüft, so dass eine optimale Verträglichkeit bei verschiedenen Haut- und Haarbeschaffenheiten gegeben ist. Es wird nach der Haarwäsche bei noch nassen Haaren direkt auf die Kopfhaut aufgetragen, sanft einmassiert und nicht ausgespült. Die Kopfhaut fühlt sich gepflegt, aber nicht belastet an. Eine kleine Menge der Flüssigkeit aus der 125-ml-Flasche genügt. Das Elixier lässt sich bestens verteilen und zieht rasch ein, so dass kein Rückstand zurückbleiben kann, der die Haare wieder strähnig aussehen lässt.

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Lynne

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